Zeit für das Rad
„Biketime“ nennt Islam Rashiti seinen Fahrradladen, den er seit Anfang November in den Räumen des ehemaligen Veloshop an der Hauptstraße in Altweil betreibt.
Modern, hell und aufgeräumt kommt der revolvierte Verkaufsraum daher, in dem der Zweiradmechanikermeister jetzt seine Dienste anbietet.
Im Gespräch mit Islam Rashiti wird schnell deutlich, dass hier einer seine Leidenschaft auslebt – Fahrräder reparieren und warten steht im Mittelpunkt des Betriebs und dieser Laden ist die Erfüllung eines Traums.
Seitdem Islam Rashiti als Kind vor dem Kosovo-Krieg nach Deutschland geflohen ist und im Flüchtlingsheim das Reparieren von Velos kennengelernt hat, ist er zielstrebig seinen Weg gegangen:
Das Schulpraktikum in einem Fahrradladen beendet er mit einem Ausbildungsvertrag, weil man sein Talent dort gleich erkennt. Noch während der Ausbildung wird ihm die Teilhaberschaft in dem Geschäft angeboten. Die Meisterschule ist der konsequente nächste Schritt.
Die Corona-Zeit bringt eine kurze Umorientierung in den sozialen Bereich, als Betreuer von Geflüchteten in der nahen Schweiz.
Doch der Traum vom eigenen Fahrradladen lässt ihn nicht los: Das Konzept des Ladens mitsamt Namen und Logo stehen längst fest – es fehlt nur die passende Lokation. Ein Hinweis in den sozialen Medien aus die Nachfolgesuche von Marcus Mehlin bringt ihn in dessen Veloshop, in dem er sich gleich als dessen Nachfolger vorstellt.
Jetzt ist der Laden nach seinen Vorstellungen umgestaltet und man sieht, dass man sich hier auf das Wesentliche konzentriert. Da stehen einige Räder der Marke Stevens, die es hier weiterhin geben wird. Zubehör hängt aufgeräumt an einer Wand, eine große Theke steht im Raum.
Islam Rashiti aber sitzt in seiner Werkstatt und bringt Fahrräder (oder auch einmal einen Kinderwagen) in Ordnung – stets mir einem offenen Ohr für die Anliegen seiner Kundschaft. Da darf auch gern das alte Rad der Oma von nebenan kommen; das hat er seinem Vorgänger versprochen.