, Claudia Foljanty

IG Velo sieht IHK-Bericht zum Verkehrskonzept kritisch

Aus Sicht der IG Velo wurde der Langsamverkehr nicht ausreichend wahrgenommen und berücksichtigt. Dadurch bekommt der von den Gewerbetreibenden reklamierte subjektive Mangel an Parkplätzen eine überdimensionierte Bedeutung.

Eine Arbeitsgruppe der IG Velo Ortsgruppe Wiesental hat sich ausführlich mit dem Bericht der IHK zur Innenstadt und dem Verkehrskonzept für Schopfheim auseinandergesetzt.

Aus Sicht der IG Velo wurde der Langsamverkehr nicht ausreichend wahrgenommen und berücksichtigt. Dadurch bekommt der von den Gewerbetreibenden reklamierte subjektive Mangel an Parkplätzen eine überdimensionierte Bedeutung, obwohl bei der Aufnahme der Situation für das Verkehrskonzept festgestellt wurde, dass es objektiv keinen Parkplatzmangel gibt. Der positive Einfluss des Langsamverkehrs für die Innenstadt (Gastronomie und Einzelhandel) wurde weder abgefragt noch thematisiert, obwohl festgestellt wurde, dass 60% der Besucher zu Fuß oder mit dem Rad dorthin kommen.

Bezüglich des Radverkehrs wurde lediglich eine schlecht kommunizierte Lademöglichkeit reklamiert, sowie eine Fahrrad-Reparaturstation empfohlen für den Radtourismus. Diesen aktiv durch und damit in die Innenstadt zu leiten (Gastronomie, Einzelhandel) wird nicht in Erwägung gezogen.

Die IG Velo tritt für eine Sperrung der Hauptstraße in Höhe der Ühlinhäuser durch versenkbare Poller ein. So bleiben alle Parkflächen für den motorisierten Verkehr erreichbar und lediglich der Durchgangsverkehr, der für den Handel nicht relevant ist, wird auf die Umgehungsstraße bzw. die Umfahrungen umgeleitet.  Von einer Mischfläche mit Schrittgeschwindigkeit im Abschnitt zwischen Hebelstraße und Adolf-Müller-Straße profitiert der Langsamverkehr und damit auch der Handel. Die IG Velo befürwortet die Entfernung der Abstellanlage direkt an der Hauptstraße gegenüber der Bäckerei Heizmann. Dort konnte das Rad nicht gefahrlos abgestellt werden, ohne zum Rangieren mitten auf der Straße zu stehen. Diese Abstellanlage braucht einen Ort, an dem man auch genügend Platz für Lastenräder und eine Lademöglichkeit für E-Bikes gibt. Die Abstellanlagen vor dem Unverpacktladen sind gut belegt und unverzichtbar. Bis zu 10 Fahrräder bringen deutlich mehr Kundschaft in die Stadt als ein PKW.

Die IG Velo kritisiert die trotz Reklamation noch immer gefährliche Situation an der Dialysepraxis in Gündenhausen. Auf einem Fahrrad-Schutzstreifen herrscht ausnahmslos ein absolutes Halteverbot. Der Schutzstreifen darf nicht durchgängig befahren werden, sondern nur im Bedarfsfall und nie, wenn ein Radfahrer behindert oder gefährdet wird. Der Seitenabstand zu Radfahrenden auch auf dem Schutzstreifen beträgt innerorts 1.5m. Leider ist dies offenbar vielen Kraftfahrern nicht bekannt. Die IG Velo wünscht sich grundsätzlich in die Baustellenplanung vorab einbezogen zu werden, wenn der Radverkehr für einen längeren Zeitraum betroffen ist. In naher Zukunft steht die Sperrung und der Abriss der Golfplatzbrücke in Fahrnau an. Hier braucht es zwingend eine sicher befahrbare Umleitung für den Radverkehr.

Bezüglich des Radschnellweges zwischen Schopfheim und Basel begrüßt die IG Velo die Einrichtung von Fahrradstraßen im Satdtgebiet Schopfheim im Vorfeld. Hier gibt es einigen Klärungsbedarf z.B. bezüglich fehlender modaler Filter und der geplanten Verlangsamungen durch Lichtsignalanlagen, die den Musterlösungen für Radschnellwege in Baden Württemberg nicht entsprechen.

Zum Thema Radverkehrskonzept hat die IG Velo der Stadt ihre Anliegen vorgebracht und wird sich weiter aktiv bei der Suche nach Detaillösungen einbringen. Auch die fehlende Anbindung nach Gersbach und die unstimmige Verbindung zwischen dem Kreisel in Gündenhausen und Langenau werden hier unter anderem thematisiert.

Grundsätzlich bevorzugt die IG Velo Lösungen, in denen Rad- und Fußverkehr, bzw. Rad- und Autoverkehr getrennt geführt werden. Langfristig wird der zunehmend motorisierte Radverkehr nicht langsamer werden und eine gemeinsame Führung mit dem Fußverkehr ist außer in bewusst angeordneten Mischzonen (z.B. Innenstadt) nicht sinnvoll.