Kandern

Jetzt neu! In Kandern hat sich eine neue Ortsgruppe gegründet, die sich um den Radverkehr kümmert!

„Wir wollen in Kandern wieder etwas bewegen“, sagte bei der Gründungsversammlung der Co-Vorsitzende Wolfram Uhl. „Wir brauchen Ortsgruppen, die wissen wo was getan werden muss.“ Martin Schellhorn, Gemeinderat der Grünen, nahm in Kandern die Fäden in die Hand und stellte in der Versammlung Tom Fischer vor, der mit anpacken will. Sie beide wurden mit Beifall zu Sprechern der Ortsgruppe bestimmt. „Es wird in Kandern noch zu wenig für den Radfahrer gemacht“, urteilte Schellhorn.

Erstes Treffen der Ortsgruppe ist am 14. November (19 Uhr) in der „Schnecke“.

Die IG Velo-Vorsitzenden Madlee Disch und Wolfram Uhl, in ihrer Mitte die beiden Sprecher der Ortsgruppe Kandern: Martin Schellhorn (rechts) und Tom Fischer. Foto: Wolfgang Göckel

Die IG Velo-Vorsitzenden Madlee Disch und Wolfram Uhl, in ihrer Mitte die beiden Sprecher der Ortsgruppe Kandern: Martin Schellhorn (rechts) und Tom Fischer. Foto: Wolfgang Göckel

Rundherum mit dem OB

Regelmäßig spricht die IG Velo Lörrach mit dem Fachbereich Tiefbau über Radverkehr. Aber es wurde auch Zeit, mit dem Oberbürgermeister selbst Schwachpunkte im Radverkehrsnetz anzuschauen. Jörg Lutz nahm die Einladung der IG Velo gerne an. Unterwegs erwies sich: Er kennt Probleme im Detail, und er kennt sie gut auch aus der Perspektive des Radlers.

Zum Beispiel das Problem der trennenden Schiene. Für eine weitere große Unterführung sieht Jörg Lutz keinen Platz. Die Unterführung Wallbrunnstraße verträgt nur wenige Radfahrer; bei einer markanten Verbesserung der Unterführung Mauerstraße spielt die Bahn nicht so rasch mit. Aber eine neue Rad-/Fußunterführung Höhe Baumgartnerstraße, für die Verbindung zum Rosenfels-Campus? Überdenkenswert für den Oberbürgermeister.

Bei der Rundfahrt waren sich IG Velo und Lutz über vieles einig – auch über eine Fahrradstraße auf der langen Trasse Hartmattenstraße, Bergstraße, Kreuzstraße. Sie soll zugleich Teil des Radschnellwegs Wiesental werden. Bei diesem „RS 7“ fordert Lutz mehr Tempo und ganz konkret, aus der Warte Lörrachs: ein Okay dafür, dass Lörrach möglichst bald in die Fahrbahn investieren kann (Hartmattenstraße!) und dafür schon einmal in den versprochenen RS 7-Fördertopf greifen kann.

Alles zu eng an der Wiese

Zur Wiese führte die Tour nicht. Doch Jörg Lutz wollte auf den Wieseradweg zu sprechen kommen, diese Pendlerroute Ost: Dort fühle er sich weder als Radfahrer noch als Fußgänger wohl, zu eng gehe es zu – also müsse man sich ans Verbreitern machen. Wo und wie das möglich ist, weiß man in der Stadtverwaltung eigentlich recht gut: Vor zwei Jahren legte der zuständige Fachbereich eine Machbarkeitsstudie vor.

Toni Latsch-Gulde und Gerd Wernthaler drängten den Oberbürgermeister, schneller und entschiedener den Radverkehr zu fördern. Schließlich sei Ziel der Stadt, den Anteil des Radverkehrs bis 2030 zu verdoppeln auf über 30 Prozent. Dafür müsse tatsächlich noch einiges getan werden, räumte Jörg Lutz ein und merkte an: Die 20er-Marke, die habe Lörrach nach seiner Einschätzung inzwischen geknackt.

Inspektionen mit 10 Stopps

Die IG Velo Grenzach-Wyhlen machte sich auf Einladung der Orts-SPD zu einer zweistündigen gemeinsamen Tour quer durch Grenzach-Wyhlen auf. Zehn für Radfahrer neuralgische Punkte fuhren IG Velo und SPD an. 

IG Velo und SPD waren sich am Ende einig: Es gibt sehr viel zu tun gibt, damit der Langsamverkehr sicher durch den Ort kommt.


Hier die zehn Punkte, über die an Ort und Stelle diskutiert worden ist.


1. Kreuzung Engeltal und Sernussweg: Der Kreuzungsbereich ist relativ
unübersichtlich für  Radfahrer, da nur notwendige Querung der Kreuzung ein Problem.


2. Radwegkanten am Kreisel Eisenbahnstraße: Die Attraktivität des Radwegs würde sehr zunehmen durch ein geschmeidiges (hoppel-freies) Radeln über ebene Fahrbahnen. Ansonsten werden schnellere Radler immer den angenehmeren Weg der Straße nutzen.

3. Kreuzungsbereich Südstraße und Lettenweg: Bleibt besonders in der dunklen Jahreszeit ein gefährlicher Schulweg. Hier fehlt es an mehr Radwegführung als ausgewiesener Schulweg. So würde sich die IG Velo auch ein kleines Stück vor der Ampelkreuzung eine rote Furt über die Südstraße wünschen, da dort in naher Zukunft wegen Wohnbebauung noch mehr Autos fahren.

4. Radweg nördlich B 34 zwischen den Ortsteilen: Für den von vielen  Schülern benutzten Weg (das Fahrradparking Bildungszentrum führt auch direkt auf den Radweg) wünscht sich die IG Velo eine eindeutigere Beleuchtung. Bisher ist die Beleuchtung stärker auf die Straße gelenkt.

5. Baustelle Neubau Kreisel Gmeiniweg/B 34: Bisher wurden die aktuellen Informationen über Verkehrsbeeinträchtigungen an und für Autofahrer gerichtet. Wie Fußgänger und Fahrradfahrer geleitet werden, ist aktuell noch nicht bekannt.

6. Lidl-Kreuzung Ecke „Im Ifang“: Häufige Missachtung der roten Furt durch auf die B 34 einbiegende Autofahrer. Außerdem ist das Linksabbiegen vom „Im Ifang“  kommend in den Radweg nördlich B 34 für Fahrradfahrer sehr gefährlich.

7. Lückenschluss für Fahrradfahrer zwischen dem Ende Kürzeweg und Güterstraße/Alnatura Parkplatz: Hierzu fand am 16. November ein Vorort-Termin mit dem   Bürgermeister und dem Ordnungsamt statt. Die SPD hatte sich sehr engagiert und mit der Bundesbahn kurzgeschlossen. Falls im Rahmen der Elektrifizierung genau an der Stelle eine Baustellenstraße angelegt werden sollte, könnte möglicherweise die Gemeinde diese als Radweg ausbauen. Bürgermeister Tobias Benz versprach bei der Bahn nachzuforschen, was konkret geplant ist.

8. Köchlinstraße – Kesslergrube: Ist seit Jahren für den Radverkehr gesperrt, obwohl seit zwei Jahren kaum noch Lastwagen zur Kesslergrube fahren. Die Scheffelstraße ist als Umleitung für den Radverkehr jedenfalls gefährlicher. Eine Sperrung nur bei Bedarf wäre sinnvoller.

9. Durchfahrt Herrweg zur Bundesstraße / Parkplatz: Sollte gemäß Ordnungsamt seit April 2021 mit einer Umlaufsperre versehen sein. (Im November 2020 wurde der Parkplatz von die Gemeinde mit Presssplitt saniert, was wegen des regen Autoverkehrs ca. vier Wochen gehalten hat.) Nachtrag: die Durchfahrt wurde im Herbst 2021  erneut saniert. Leider ist die Splitdecke bereits wieder durch den Autoverkehr zerstört. Das Bauamt schafft es offenbar nicht, gleichzeitig einen Pfosten als Durchfahrtsperre aufzustellen.

10. Absenkung an der Einfahrt in die Unterführung Ecke Hornacker: Ist zu schmal und sollte  laut Ordnungsamt seit November 2020 verbreitert werden. Dies insbesondere, da die Einfahrt bzw. Ausfahrt zu gefährlichen Situationen führen kann. Es ist kein Platz, um in einer kleineren  Kehre bzw. bei mehreren Radfahrern vor der Einfahrt stehenzubleiben oder zu kehren.  Rückmeldung des Ordnungsamts: Umsetzung frühestens Ende 2022.

Und nun gute Fahrt! Fahrradstraße in Lörrach

Einfahrt in die Fahrradstraße in Lörrach

Seit Oktober 2021 hat Lörrach seinen Radfahrern eine erste, rund 1.200 Meter lange Fahrradstraße zu bieten: die Trasse Spitalstraße-Weinbrennerstraße, vom Berliner Platz bis zum Meeraner Platz, größtenteils auf frischem Asphalt. Jetzt gilt es für Lörrachs Radfahrer, die Fahrradstraße und ihre klaren Vorteile zu entdecken (übrigens: zu zweit nebeneinander zu radeln ist ausdrücklich erlaubt). Gewohnte Radrouten werden sich ändern, wenn die Vorteile der Fahrradstraße ausprobiert sind. Auf ihr kann auch die Fußgängerzoneumfahren werden; in ihr werden Radfahrer ab Jahresbeginn 2022 absteigen müssen – werktags zwischen 10.30 Uhr und 18 Uhr, an Samstagen bereits ab 9.30 Uhr.

Die IG Velo bringt im Rathaus ihre Erfahrungen ein mit dem Ziel, die Fahrradstraße zu optimieren. Das sind wichtigsten kritischen Punkte:

  • Auf der Fahrradstraße hat man Vorfahrt – aber darauf müssen sich Radfahrer auch verlassen können (an den Kreuzungen sind bereits Unfälle geschehen).
  • Einbahn-Regelungen müssen verdeutlicht und eingehalten werden – das gilt ganz besonders für den ersten Abschnitt der Spitalstraße (Anlieger frei!) zwischen Berliner Platz und Ötlinger Straße.
  • Autofahrer sind nur Gäste auf der Fahrradstraße – sie müssen sich ans Tempolimit 30 halten (Kontrollen!) und dürfen (wie überall innerorts) nur dann Radler überholen, wenn sie 1,50 Meter Abstand halten können.

Ein Quartett spricht für Rheinfeldens IG Velo

Die neuen Gesichter bei der IG Velo Rheinfelden: (von links unten im Uhrzeigersinn) Sibylle Jung, Thomas Eichin, Gerhard Zenke, Uli Kremper.

Die neuen Gesichter bei der IG Velo Rheinfelden: (von links unten im Uhrzeigersinn) Sibylle Jung, Thomas Eichin, Gerhard Zenke, Uli Kremper.

Die IG Velo hat in Rheinfelden gleich vier neue Sprecher: Thomas Eichin, Uli Kremper, Sibylle Jung und Gerhard Zenke treten die Nachfolge von Wolfgang Gorenflo an. In Zukunft wird Thomas Eichin für die Kontakte zur Stadt zuständig sein, Sibylle Jung für den Zugang zum Gemeinderat, Uli Kremper für die Verbindung zur IG Velo auf Kreisebene sowie Gerhard Zenke für Ortsgruppen-interne Moderation, Sitzungen und Pressemitteilungen. Wolfgang Gorenflo – er wollte nach vielen aktiven Jahren kürzertreten – bleibt federführend bei der Velobörse. Das neue Sprecherquartett ruft alle Velobegeisterten zur Mithilfe auf, um die Bedingungen für Radfahrer in Rheinfelden und den Ortsteilen verbessern zu können. Melden sollte man sich per E-Mail: rheinfelden@igvelo.de.

Einkauf mit Velo und Handicap

Immer mehr Lörracher fahren mit dem Rad zum Einkaufen. Aber sie können nur bei 2 von 17 Einkaufsmärkten ihr Fahrrad wirklich gut abstellen, kritisiert die IG Velo.

Als die IG Velo im Frühjahr 2020 das Parken bei Lörrachs Einkaufsmärkten testete, hat sie die Messlatte nicht höher gelegt als die Landesbauordnung Baden-Württemberg von 2015: Jeder neue Markt muss einen Fahrradstellplatz auf je 50 Quadratmeter Verkaufsfläche anbieten; jeder Stellplatz muss einen Anlehnbügel für den sicheren Stand haben, mit mindestens 80 Zentimeter Abstand zum nächsten und mit der Möglichkeit, den Velorahmen anzuschließen.

Nur bei zwei Einkaufsmärkten gefiel der IG Velo das Fahrrad parken wirklich gut: bei Kaufland (unser Foto) und beim Biomarkt Primacasa in Tumringen.

In Lörrach gibt es derzeit keinen Markt, der nach 2015 erst eine Baubewilligung erhalten hat. Weshalb die IG Velo großteils noch einfache Vorderradständer gefunden hat, die bei neuen Märkten aus guten Gründen nicht mehr zulässig sind. Man sieht solche – teils museumsreifen – „Felgenklemmer“ zum Beispiel vor Nahkauf in Stetten und dort entlang der gesamten Hauptstraße. Die IG Velo notierte auf ihrer Inspektionsfahrt: höchste Zeit, dass die Stadt Lörrach auch in Stetten eine moderne Abstellanlage installiert.

Meist stehen Radständer zu eng nebeneinander. Hier und da sind sie schlecht zugänglich und eher selten sind sie überdacht. Von der Qualität einmal abgesehen: Bei kaum einem Einkaufsmarkt reicht ihre Zahl. Sie kann in krassem Missverhältnis zur Zahl der Autostellplätze stehen. Zum Beispiel bei Aldi Stetten: mehr als 120 Plätze für autofahrende Kunden, gerade mal sechs für Radfahrer.

Lediglich bei zwei Einkaufsmärkten sah sie ein gutes Angebot für parkende Radfahrer: bei Kaufland am Blasiring und beim Biomarkt Primacasa in Tumringen. Beide zählen auch zu jenen Märkten, die genügend Platz fürs Stellen von Lastenrädern und Rädern mit Anhänger haben.

Das insgesamt schlechte Testergebnis überraschte die IG Velo nicht. Verwunderlich ist es trotzdem. Denn Radfahrer sorgen für gute Umsätze, das weiß man aus Untersuchungen. Zudem ist der Trend zum Radfahren weiter stark, Lörrach will den Anteil der Radfahrer sogar verdoppeln.

Für gutes Velo parken zu sorgen, ist weder schwer noch teuer: zwei Autoparkplätze umnutzen, Radständer nach Landesbauordnung installieren – und vielleicht noch eine Überdachung, damit man sich von der Konkurrenz abhebt.

Der ausführliche Test in der VeloPost…