Chancen und Probleme in Weil

Radverkehrsschau 2019 in Weil am Rhein

Nach 16 Jahren fand Anfang April auf Initiative des Ersten Bürgermeisters der Stadt Weil am Rhein, Herrn Christoph Huber, wieder eine Radverkehrsschau in Weil statt. Teilgenommen haben neben Vertretern des Stadtbauamtes die Radverkehrsbeauftragte des Landkreises Lörrach, Frau Leonie Wiesiollek, sowie der Vorsitzende der Weiler IG Velo Jürgen Wiechert und sein Stellvertreter Michael Pantze.

An interessanten Themen fehlte es in der Runde nicht, man begab sich auch mit den Fahrrädern in den Stadtteil Friedlingen. Hier konnte man hautnah erleben, wie sich verschiedene Situationen und neuralgische Punkte für den Radler darstellen.

Eine neue, sichere Führung für Radfahrer gibt es in der Breslauer Straße von der Abzweigung Römerstraße bis zur Gustave-Fecht-Straße. Der Velofahrer wird auf einem separaten Radweg, räumlich getrennt vom Gehweg, mit einer Umfahrung der dortigen Bushaltestelle, geleitet. Der angebrachte Schutzstreifen auf der Fahrbahn wird entfernt, in der Gegenrichtung jedoch beibehalten und ggf. verbreitert.

Der Weilweg, eigentlich gesperrt für den Fahrzeugverkehr, ausgenommen landwirtschaftlicher Verkehr, soll künftig als Schleichweg mit dem Auto nicht mehr genutzt werden können. Dies ist schon lange ein Anliegen der IG Velo, da diese Route von sehr vielen Radfahrern und Fußgängern genutzt wird. Bauliche bzw. technische Maßnahmen wie z.B. ein versenkbarer Poller zwischen Katzgaß und Torgaß soll Abhilfe schaffen. Landwirte und Winzer, die diese Verbindung benötigen, sollen die Berechtigung erhalten, den Weilweg weiterhin durchgängig zu befahren.

Die Fußgängerunterführung im Bereich der Markgräfler Straße / Freiburger Straße in Haltingen ist auf Grund des Neubaus des Fußgängersteges geschlossen worden. Die Begradigung und der Ausbau des Radweges als straßenbegleitender Radweg über die Markgräfler Straße soll jetzt in Angriff genommen und eine Lösung unter Berücksichtigung der Sichtverhältnisse für den Autoverkehr geprüft werden.

Im Zuge des Ausbaus der Rheintalbahn muss die Brücke über die Heldelinger Straße am Haltinger Bahnhof im März kommenden Jahres abgerissen und durch ein neues Brückenbauwerk ersetzt werden. Hierbei wird es zu erheblichen Beeinträchtigungen kommen, da der Langsamverkehr über die Baustelle umgeleitet werden muss, was jedoch nicht während der gesamten Bauzeit aus Sicherheitsgründen gewährleistet werden kann. Deshalb muss für den Langsamverkehr für die gesamte Bauzeit eine Umleitung konzipiert werden.

Die Bahnhofsunterführung, die derzeit von den Radlern und Fußgängern genutzt werden muss, wird ebenfalls noch vor Abbruch der Brücke wegfallen, so dass der Fußgängersteg auf Höhe des Hotels „Axion“ während der Bauarbeiten teilweise die einzige ortsnahe Querungsmöglichkeit für Velofahrer und Fußgänger zwischen Haltingen West und Ost sein wird.

Entlang der Heldelinger Strasse wird durch die Unterführung auf der Südseite ein 5,15 m breiter Geh- und Radweg, auf der Nordseite ein 2,75 m breiter Gehweg angelegt werden.

Mit der Fertigstellung der Nordwestumfahrung in Haltingen soll der Radweg in der Unterführung und in Richtung Westen durch ein modernes System beleuchtet werden, das mit einem Bewegungsmelder gesteuert wird. Dadurch wird der Weg nur dann beleuchtet, wenn tatsächlich Radfahrer und Fußgänger unterwegs sind. Der Radweg soll an den Einmündungen der Konrad-Zuse-Straße und der Hertzallee bevorrechtigt ausgebaut werden.

Die Anbindung der Nordwestumfahrung an die Heldelinger Straße / Haltinger Straße erfolgt durch einen Kreisel. Es muss noch geprüft werden, ob die Radwegführung innerhalb des Kreisels oder außerhalb des Kreisverkehrs erfolgen muss entsprechend des zu erwartenden Fahrzeugaufkommens, und ob bei einer separaten Radwegeführung der Kraftfahrzeugverkehr oder der Radfahrer bevorrechtigt sein wird.

Entlang der Heldelinger Straße ist ein beidseitiger Radweg ins Rheinvorland vorgesehen, der als wichtige Pendlerroute zur Alte Straße führt. Somit wird ein echter Gefahrenpunkt, die Engstelle über die Autobahnbrücke (BAB 5), behoben.

Im Rahmen der Umgestaltung des Rheinparks soll auch ein Radweg durch den Park führen mit der Option, dass dieser später durch den jetzigen Hafen weitergeführt und an den Radweg der Alte Straße angebunden wird. Auch wurde vorgeschlagen eine Radwegverbindung vom Hafengebiet über die Colmarer Straße zur Schusterinsel, am südlichen Sportplatz, mit einer Anbindung zur Blauenstraße, zu schaffen. Von Norden kommend soll der Radfahrer unter der Dreiländerbrücke hindurch und dann zur Hauptstrasse geleitet werden.

Möglichkeiten, wie der Radfahrer von und zur Dreiländerbrücke geführt werden kann, und wie eine mögliche Weiterführung zur und durch die Zollstraße erfolgen könnte, wurden diskutiert und auch Vorschläge unterbreitet, die jedoch zuerst auf eine Umsetzung geprüft werden müssen. Der Spielraum für bauliche Maßnahmen für den Radverkehr in der Zollstraße ist aufgrund der beengten Straßenverhältnisse sehr klein. Dass hier etwas geschehen muss zeigt, dass sich Velofahrer wegen des hohen Verkehrsaufkommens in der Zollstraße, zwischen den Tramgleisen in Richtung Friedlinger Zoll bewegen.

Für die Belange der Radfahrer wäre es auch zukünftig sehr wichtig, dass solche in Augenscheinnahmen, zusammen mit den zuständigen Behördenvertretern, in kürzeren Abständen erfolgen sollten.

Wiechert

Bild 1: Radwegführung Breslauer Straße

Bild 2: geplante Radwegführung entlang der Heldelinger Straße Richtung Rheinvorland