Steinen will sich wandeln

So könnte es aussehen, wenn das Zentrum von Steinen verkehrsberuhigt ist.

Foto: Agendagruppe

Volker Zimmermann berichtet über hoffnungsvoll stimmende Diskussionen.

In einem Workshop der VHS zum Thema „Steinen im Wandel“ unter Schirmherrschaft von Bürgermeister Braun erarbeiten Bürger Vorschläge für die Entwicklung Steinens. Eine Arbeitsgruppe, in der IG-Velo-Mitglieder vertreten sind, beschäftigt sich mit dem Thema „Verkehr“.

Die Arbeitsgruppe stellte fest, dass es in Steinen einen „Bewusstseinswandel“ geben müsse – hin zu mehr Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse der Radfahrer.

  • Es fehlen Radabstellanlagen – vor Geschäften, Gasthäusern, beim Rathaus, am Marktplatz
  • Radfahrer werden vom PKW-Verkehr an den Rand gedrängt, an gefährlichen Kreuzungen und Einmündungen allein gelassen.

 

Zusammenarbeit mit der lokalen Agendagruppe 21 – Vorschläge zur Verkehrsberuhigung

Und so kam der Kontakt der IG Velo mit der lokalen Agendagruppe 21 zustande, welche sich schon seit Jahren unter anderem mit dem Thema „Verkehrsberuhigung in Steinen“ beschäftigt (www.steinen21.com). Wenige Tage danach stellte diese Gruppe einen Vorschlag vor, wie Steinens Ortsmitte verkehrsberuhigt und damit für die Bürger (wieder-)belebt werden könnte: durch eine Sperrung der Eisenbahnstraße für durchfahrende KFZ auf Höhe des jetzigen Zebrastreifens beim Mühlenweg. Wie schon beim Vorschlag der IG Velo (Einbahnstraßenregelung; wir berichteten in der Velopost 2/16) bliebe die Erreichbarkeit sämtlicher Geschäfte, Dienstleister, Behörden etc.  im Ortszentrum erhalten, und die Aufenthaltsqualität dort würde sich für Fußgänger und Radfahrer um ein Vielfaches erhöhen. Selbstverständlich kann sich die IG Velo auch mit diesem noch wesentlich weitergehenden Vorschlag identifizieren und wird ihn unterstützen. Erstaunlich war, dass auch bei diesem Termin anwesende Vertreter des örtlichen Einzelhandels keine grundlegenden Bedenken gegen eine solche Sperrung hatten – haben sie doch wohl auch erkannt, dass ihnen damit nichts „weggenommen“ werden soll.

Wie geht es weiter?
Mit Spannung wird nun erwartet, ob sich alle drei Gemeinderatsfraktionen in Steinen diesen Vorschlag zu eigen machen werden und dann auch die Verwaltung darin unterstützen, dies bei den übergeordneten Verkehrsbehörden durchzusetzen – das sind Landratsamt Lörrach und Regierungspräsidium Freiburg, da es sich bei der Eisenbahnstraße um eine Landesstraße handelt. Das Gleiche gilt für die Forderung, für Steinens Durchgangsstraßen Tempo 30 ganztags (und nicht nur abends und nachts – wie wohl geplant) anzuordnen: eine weitere, längst überfällige Maßnahme für mehr Sicherheit gerade auch für Radfahrer.
Die IG Velo sieht in ihrem Engagement bei „Steinen im Wandel“ und der Zusammenarbeit mit der lokalen Agendagruppe 21 die Chance, noch mehr Mitstreiter für ihre lokale Initiative zu gewinnen. Sie könnte damit ihre Arbeit auf eine breitere Basis stellen und ihrer Forderung nach kurz- und mittelfristiger Umsetzung der Maßnahmen des Radverkehrskonzeptes in Steinen mehr Nachdruck zu verleihen.