Schließfach statt Kofferraum

Wenn man in Weil über Verkehrsinfrastruktur spricht, ist die Diskussion durchaus geprägt von der Suche nach Alternativen zum motorisierten Individualverkehr mit dem Pkw. Dann allerdings landet man schnell bei Themen wie der Verlängerung der Tram Linie 8 (mindestens) bis zu Läublin-Park, oder man macht sich für alternative ÖV-Lösungsansätze wie Citybussen auf der Hauptstraße stark.

Dabei ist die Antwort auf die Frage, wie man sich am schnellsten und effektivsten im innerstädtische Bereich bewegt eine ganz andere: Mit dem Rad.

Doch wie schnell und bequem man auf dem Rad auch seinen Zielort erreicht hat, hat der Pkw nach der Ankunft noch einen Vorteil; kann man doch einiges von dem, was man mit sich führt und doch (noch) nicht braucht, einfach im abgeschlossenen Kofferraum zurücklassen.
Hingegen werden Radfahrutensilien wie Helm, Packtaschen, Regenjacke und -Hose, die man als Alltagsradler fast immer mit sich führt, zu Fuß zu einer Belastung derer man sich gerne entledigen würde. Teile des Einkaufs schon einmal im Kofferraum zwischenlagern und dann weiterbummeln ist nicht denkbar.

Gleiches gilt für die Ankunft am Pendlerbahnhof: Im Zug ist alles, was beim Radfahren gerade noch nützlich und sinnvoll war, nur unnötiger Ballast.
Um diesen Nachteil auszugleichen bräuchte es Fahrradabstellanlagen, an denen sich nicht nur das Fahrrad sicher und bequem parken ließe, sondern auch Unterbringungsmöglichkeiten für das mitgeführte Gepäck in Form von Schließfächern
vorhanden sind.

Hier ist Bedarf für mehr Abstellplätze

Sicher und bequem meint hier, dass Anlagen überdacht und beleuchtet sein sollten, dass man zumindest den Rahmen und ein Laufrad an einem kippsichern Bügel anschließen kann.
Solche Parkmöglichkeiten müssten an wichtigen Einrichtungen wie Bahnhöfen, öffentlichen Gebäuden sowie in den Einkaufsstraßen vorhanden sein.

Denkbare Orte in Weil wären zum Beispiel der Berliner Platz, der Sparkassenplatz, der Trebbiner Platz und vis-a-vis, der Rheinpark und der Dreiländerpark. Außerdem die Bahnhöfe der Regio-S-Bahn und der Rheintalbahn. Am Europaplatz besteht mit dem Bau der Dreiländergalerie die Hoffnung auf ein Fahrradhotel – vielleicht kann dies als Beispiel dienen.
Radtouristen wären sicher dankbar für eine Wegweisung von den bekannten Velorouten zu diesem Service.

Abstellplatz in der Hauptstraße

Darüber hinaus wäre eine Verdichtung einfacherer Radabstellmöglichkeiten entlang der Hauptstraße wünschenswert. Zwar existieren im Bereich der 20er Zone einige Abstellmöglichkeiten, doch konzentrieren sich diese auf einen kleinen Bereich.

Räder statt Pkw – ein (noch nicht perfektes) Beispiel

Will man aber sein Rad bei einem der vielen Läden entlang der Hauptstraße abstellen, bleibt oft nur das Parken auf dem Gehweg: Ohne Sicherung und unter Behinderung der Fußgänger. Würde man in kurzen, regelmäßigen Abständen einen Pkw-Abstellplatz umwidmen, könnten erheblich mehr Rad-Abstellplätze geschaffen werden.

Vor Kurzem hat die Grünen-Fraktion des Weiler Stadtrates einen Antrag eingebracht, der die Verwaltung auffordert, ein Konzept für Fahrradstationen mit Schließfächern im Stadtgebiet zu erarbeiten. Die IG Velo unterstützt den Antrag in vollem Umfang und bietet der Stadtverwaltung ihre Unterstützung bei der Umsetzung gerne an. Man darf gespannt sein.

Klaus Geese