Sicher vor Tramschienen?

Tramschienen und Radfahren passt nicht gut zusammen – fotografiert hier in Weil-Friedlingen

Tramschienen und Radfahren passt nicht gut zusammen – fotografiert hier in Weil-Friedlingen

Basel testet Gummiprofile. Weil sollte aufmerksam beobachten.

Gefährlich für Radfahrer in Weil-Friedlingen sind die Tramgeleise in der Hauptstraße. Die hohen Haltekanten der behindertengerechten Haltestellen können Velofahrer verunsichern und zu Unfällen führen. Auch die Querung der Gleise unter der Autobahnbrücke birgt für den Velofahrer Gefahren. Im August war in Zeitungen zu lesen, dass der Kanton Basel-Stadt ein „velofreundliches Gleissystem“ mit einem Gummiprofil in den Schienenrillen testen will. Die ersten Versuche sollen Anfang Oktober in Füllingsdorf/CH anlaufen. Verlaufen sie erfolgreich, soll 2021 an der Haltestelle Bruderholzstraße in Basel eine zweite Testphase unter Trambetrieb folgen. Bereits 2014 erfolgten Tests in Zürich mit einem Gummiprofil in den Schienenrillen. Die konnten jedoch den Belastungen durch den Tramverkehr nicht lange standhalten. Die Herstellerfirma hat die Belastbarkeit der Profile zwischenzeitlich erhöhen können. Bleibt für die Sicherheit der Velofahrer zu hoffen, dass die Testphasen erfolgreich verlaufen und auch Weil profitieren kann.

Wiechert

Sturzgefahr

Diese Mahnung „Achtung Sturzgefahr“ warnt aus der Sicht der IG Velo sehr gut Radfahrer, die in der Hauptstraße Friedlingens Tramgleise unter der Autobahnbrücke sowie auf der Kanderstraße (nahe des Bahnhofs Haltingen) die Gleise der Kandertalbahn queren müssen. In Herbst und Winter, bei Nebel und Nässe, besteht an beiden Orten zusätzlich erhebliche Rutschgefahr beim Überqueren der Gleise.

Wiechert

„Impulsiv“: Situation entschärft

In Weil-Otterbach hat sich die Stadt um die Sicherheit der Radfahrer bemüht.

Radler auf der Fahrt aus dem Dreiländergarten heraus – hier bei der Überfahrt über die neue angelegte Ausfahrt aus dem Impulsiv-Parkplatz

Seit Jahren war die IG Velo darauf aus, dass die Gefahrenstelle für Radfahrer auf dem Rad- und Gehweg an der Ein-/Ausfahrt zum Impulsiv-Freizeitcenter in der Basler Straße in Weils Stadtteil Otterbach entschärft wird. Im Laufe der Zeit ereigneten sich immer wieder teils auch schwere Unfälle mit Radfahrern. An dieser unübersichtlichen Zufahrt hatten Verkehrsteil-nehmer mit mehreren Problemen zu kämpfen: so mit der Eisenbahnbrücke, die die Sicht versperrt, mit dem hohen Verkehrsaufkommen und nicht zuletzt damit, dass die ein- und ausfahrenden Wagen den Gehweg kreuzen, der auch von Velofahrern genutzt wird. Eine von der Stadtverwaltung angedachte Lösung, die Ein-/Ausfahrt zum Freizeitcenter zu verlegen und die Zufahrt über den Dreiländerparkplatz zu führen, wurde Ende Mai teilweise umgesetzt. Jetzt darf die Zufahrt zum Impulsiv-Freizeitcenter nicht mehr als Ausfahrt genutzt werden (Einbahnregelung). Die Ausfahrt vom Impulsiv-Parkplatz wird über einen separaten Weg geleitet, der über den Parkplatz des Landesgartenschau-Geländes zur Basler Straße führt. Die Route kann auch in umgekehrter Richtung als Einfahrt zum Parkplatz des Freizeitcenters genutzt werden. Die neue Verbindung ist mit Hinweisschildern, Steinbarrieren und Schranken deutlich ausgewiesen. Für Radfahrer, die auf einem bereits bestehenden asphaltierten Weg vom und zum Dreiländergarten radeln, ist jetzt beidseitig an der neu angelegten Straße jeweils eine Schranke angebracht; es soll ihrer Sicherheit dienen. Durch die Verengung des Weges kann sich allerdings auch das Unfallrisiko, gerade bei Dunkelheit, für den Fahr-radfahrer erhöhen. Zusätzlich wurden für den Radverkehr die Verkehrszeichen „Vorfahrt gewähren“ mit Haltelinien angebracht. Festzustellen ist jetzt, dass Auto-fahrer auf dieser neu angelegten Straße von und zum Impulsiv-Parkplatz teilweise mit verhältnismäßig hoher Geschwindigkeit unterwegs sind. Wes-halb geprüft werden sollte, die erlaubte Geschwindigkeit herabzusetzen oder Temposchwellen auf der Fahrbahn anzubringen.

Wiechert

Chancen und Probleme in Weil

Radverkehrsschau 2019 in Weil am Rhein

Nach 16 Jahren fand Anfang April auf Initiative des Ersten Bürgermeisters der Stadt Weil am Rhein, Herrn Christoph Huber, wieder eine Radverkehrsschau in Weil statt. Teilgenommen haben neben Vertretern des Stadtbauamtes die Radverkehrsbeauftragte des Landkreises Lörrach, Frau Leonie Wiesiollek, sowie der Vorsitzende der Weiler IG Velo Jürgen Wiechert und sein Stellvertreter Michael Pantze.

An interessanten Themen fehlte es in der Runde nicht, man begab sich auch mit den Fahrrädern in den Stadtteil Friedlingen. Hier konnte man hautnah erleben, wie sich verschiedene Situationen und neuralgische Punkte für den Radler darstellen.

Eine neue, sichere Führung für Radfahrer gibt es in der Breslauer Straße von der Abzweigung Römerstraße bis zur Gustave-Fecht-Straße. Der Velofahrer wird auf einem separaten Radweg, räumlich getrennt vom Gehweg, mit einer Umfahrung der dortigen Bushaltestelle, geleitet. Der angebrachte Schutzstreifen auf der Fahrbahn wird entfernt, in der Gegenrichtung jedoch beibehalten und ggf. verbreitert.

Der Weilweg, eigentlich gesperrt für den Fahrzeugverkehr, ausgenommen landwirtschaftlicher Verkehr, soll künftig als Schleichweg mit dem Auto nicht mehr genutzt werden können. Dies ist schon lange ein Anliegen der IG Velo, da diese Route von sehr vielen Radfahrern und Fußgängern genutzt wird. Bauliche bzw. technische Maßnahmen wie z.B. ein versenkbarer Poller zwischen Katzgaß und Torgaß soll Abhilfe schaffen. Landwirte und Winzer, die diese Verbindung benötigen, sollen die Berechtigung erhalten, den Weilweg weiterhin durchgängig zu befahren.

Die Fußgängerunterführung im Bereich der Markgräfler Straße / Freiburger Straße in Haltingen ist auf Grund des Neubaus des Fußgängersteges geschlossen worden. Die Begradigung und der Ausbau des Radweges als straßenbegleitender Radweg über die Markgräfler Straße soll jetzt in Angriff genommen und eine Lösung unter Berücksichtigung der Sichtverhältnisse für den Autoverkehr geprüft werden.

Im Zuge des Ausbaus der Rheintalbahn muss die Brücke über die Heldelinger Straße am Haltinger Bahnhof im März kommenden Jahres abgerissen und durch ein neues Brückenbauwerk ersetzt werden. Hierbei wird es zu erheblichen Beeinträchtigungen kommen, da der Langsamverkehr über die Baustelle umgeleitet werden muss, was jedoch nicht während der gesamten Bauzeit aus Sicherheitsgründen gewährleistet werden kann. Deshalb muss für den Langsamverkehr für die gesamte Bauzeit eine Umleitung konzipiert werden.

Die Bahnhofsunterführung, die derzeit von den Radlern und Fußgängern genutzt werden muss, wird ebenfalls noch vor Abbruch der Brücke wegfallen, so dass der Fußgängersteg auf Höhe des Hotels „Axion“ während der Bauarbeiten teilweise die einzige ortsnahe Querungsmöglichkeit für Velofahrer und Fußgänger zwischen Haltingen West und Ost sein wird.

Entlang der Heldelinger Strasse wird durch die Unterführung auf der Südseite ein 5,15 m breiter Geh- und Radweg, auf der Nordseite ein 2,75 m breiter Gehweg angelegt werden.

Mit der Fertigstellung der Nordwestumfahrung in Haltingen soll der Radweg in der Unterführung und in Richtung Westen durch ein modernes System beleuchtet werden, das mit einem Bewegungsmelder gesteuert wird. Dadurch wird der Weg nur dann beleuchtet, wenn tatsächlich Radfahrer und Fußgänger unterwegs sind. Der Radweg soll an den Einmündungen der Konrad-Zuse-Straße und der Hertzallee bevorrechtigt ausgebaut werden.

Die Anbindung der Nordwestumfahrung an die Heldelinger Straße / Haltinger Straße erfolgt durch einen Kreisel. Es muss noch geprüft werden, ob die Radwegführung innerhalb des Kreisels oder außerhalb des Kreisverkehrs erfolgen muss entsprechend des zu erwartenden Fahrzeugaufkommens, und ob bei einer separaten Radwegeführung der Kraftfahrzeugverkehr oder der Radfahrer bevorrechtigt sein wird.

Entlang der Heldelinger Straße ist ein beidseitiger Radweg ins Rheinvorland vorgesehen, der als wichtige Pendlerroute zur Alte Straße führt. Somit wird ein echter Gefahrenpunkt, die Engstelle über die Autobahnbrücke (BAB 5), behoben.

Im Rahmen der Umgestaltung des Rheinparks soll auch ein Radweg durch den Park führen mit der Option, dass dieser später durch den jetzigen Hafen weitergeführt und an den Radweg der Alte Straße angebunden wird. Auch wurde vorgeschlagen eine Radwegverbindung vom Hafengebiet über die Colmarer Straße zur Schusterinsel, am südlichen Sportplatz, mit einer Anbindung zur Blauenstraße, zu schaffen. Von Norden kommend soll der Radfahrer unter der Dreiländerbrücke hindurch und dann zur Hauptstrasse geleitet werden.

Möglichkeiten, wie der Radfahrer von und zur Dreiländerbrücke geführt werden kann, und wie eine mögliche Weiterführung zur und durch die Zollstraße erfolgen könnte, wurden diskutiert und auch Vorschläge unterbreitet, die jedoch zuerst auf eine Umsetzung geprüft werden müssen. Der Spielraum für bauliche Maßnahmen für den Radverkehr in der Zollstraße ist aufgrund der beengten Straßenverhältnisse sehr klein. Dass hier etwas geschehen muss zeigt, dass sich Velofahrer wegen des hohen Verkehrsaufkommens in der Zollstraße, zwischen den Tramgleisen in Richtung Friedlinger Zoll bewegen.

Für die Belange der Radfahrer wäre es auch zukünftig sehr wichtig, dass solche in Augenscheinnahmen, zusammen mit den zuständigen Behördenvertretern, in kürzeren Abständen erfolgen sollten.

Wiechert

Bild 1: Radwegführung Breslauer Straße

Bild 2: geplante Radwegführung entlang der Heldelinger Straße Richtung Rheinvorland

Fahren mit dem E-Bike muss geübt werden

Fahrtraining für E-Bikes
Mehr Sicherheit in heiklen Momenten, vermitteln von fahrtechnischem Können, den Straßenverkehr selbstständig meistern, größerer Fahrspaß und entspanntes Fahren, so oder ähnlich könnten die Ziele für das Fahrtraining für Senioren mit Pedelecs lauten, also eine durchaus lohnende Präventionsmaßnahme.

Ein Pedelec zu fahren, ist nicht gefährlich, aber für viele ungewohnt, da es stark beschleunigen kann, zügige Geschwindigkeiten erreicht und auch ein höheres Gewicht gegenüber den herkömmlichen Fahrrädern hat.

Die IG Velo bietet Kompaktkurse für E-Bike-Fahrer unter dem Motto „sicheres Fahren mit dem Pedelec“ für Senioren an.

Die Kurse, an denen sich bis zu 4 Teilnehmer beteiligen können, beinhalten in ausführlicher und anschaulicher Weise Anleitungen und Tipps, sich sicher und souverän im Straßenverkehr zu bewegen. Ebenso wird die Freude am Radfahren vermittelt und die Vorteile eines Pedelecs hervorgehoben.

Die Schulung können zwischen drei und vier Stunden andauern.

Interessierte wenden sich bitte an Otto Peschke, E-Mail: ottopeschkeIGVelo@t-online.de,  Tel.: 07621/77226.