Salzert besser ans Radnetz anknüpfen

Dank flotter E-Bikes und Pedelecs steigen immer mehr Lörracher von vier Rädern auf zwei um – auch in Wohnlagen am Hang, auch auf dem Salzert. Die Stadt müsse die Anknüpfung des bald noch wachsenden Salzerts genauer anschauen und verbessern, fordert deshalb die IG Velo.

Lörrachs höchstgelegener Stadtteil war wichtigstes Ziel auf der jüngsten Inspektionstour der Interessengemeinschaft. Der Steinenweg ist nach ihrem Urteil eine ausreichend gute Verbindung mit Stetten: Radler können auf der Straße und dürfen auch auf den Gehwegen fahren. Vom Stadtzentrum hinauf nutzen Radler zwei Routen, die erste gemeinsam mit Autos: Wallbrunnstraße (mit Schutzstreifen bis halbe Höhe) und abzweigend die Salzertstraße. Auf der Wallbrunnstraße beklagen Radfahrer überhöhte Geschwindigkeiten vieler Autofahrer am Ortsende bis Abzweigung Salzertstraße. Die IG Velo könnte sich bis hierher die Fortführung des Schutzstreifens gut vorstellen. Die Salzertstraße selbst lässt für Radverkehr keinen eigenen Raum und lässt sich nach Einschätzung der IG Velo nicht leicht ausbauen.

Die Verbindung zum Salzert muss verbessert werden, lautete das Fazit einer Inspektionsfahrt der IG Velo. (Foto: Wolfgang Göckel)

Die Verbindung zum Salzert muss verbessert werden, lautete das Fazit einer Inspektionsfahrt der IG Velo. (Foto: Wolfgang Göckel)

Die alternative zweite Route nutzt, wer als Radler den Autoverkehr lieber meidet: die Straße „Schützenwaldweg“ hinauf bis zur Kehre und gerade aus weiter durch den Schützenwald. Diese Route sollte markant verbessert werden, rät die IG Velo: Das Wegstück durch den Schützenwald bekäme eine Schwarzdecke, wäre so auch bei Regenwetter gut zu nutzen und könnte im Winter geräumt werden.

Bei ihrer Inspektionsfahrt schaute sich die IG Velo auch die Alte Rheinfelder Straße an. Sie zweigt zu Beginn der Salzertstraße ab, führt bergwärts am Salzert vorbei und ist vom Landkreis als Velo-Pendlerroute nach Rheinfelden angedacht. Als Radweg zum Salzert wäre die Alte Rheinfelder Straße spätestens dann bedenkenswert, wenn die Salzert-Siedlung auf diese Seite hin erweitert würde.

Wolfgang Göckel

E-Bike-Schnuppertraining

Die IG Velo lädt zu einem Schnupperabend E-Bike ein, in Zusammenarbeit mit der Velostation Velö und auf Anregung von Stadträtin Brigitte Martin, Mitglied im Seniorenbeirat der Stadt Lörrach.

Fahrtraining und Ausfahrt ist am Donnerstag, 1. Juni, von 17.30 bis ca. 21 Uhr, Treffpunkt ist die Velostation neben dem Hauptbahnhof Lörrach. Das Angebot richtet sich an all jene, die sich fürs Fahren mit E-Bike bzw. Pedelec interessieren, aber nicht wissen, ob das wirklich etwas für sie ist; und auch an jene, die bereits ein Elektrofahrrad besitzen, sich beim Fahren aber noch unsicher fühlen. In der Velostation können Elektroräder ausgeliehen werden (Kosten etwa 14 Euro für den Abend); oder man bringt sein eigenes Rad mit. Ein Mitarbeiter der Velostation gibt eine Einweisung, was es beim Fahren zu beachten gibt. Anschließend geht die Fahrt – mit einem Lächeln im Gesicht – übers Grütt entlang der Wiese zum Dreiländergarten Weil am Rhein.

Anmeldung über info@igvelo.de oder Telefon 07621-44446. Bei Bedarf bitte Angabe zum Ausleihen eines Fahrrads machen – Damenrad, Herrenrad, Größe?

Wo klemmt es für Radfahrer in Lörrach?

Welche Gefahrenstellen gibt es in Lörrach für Radfahrer? Wo werden Radfahrer ausgebremst? Welche kritischen Stellen gibt es?

Am 20. Mai fahren Mitglieder der Lörracher Ortsgruppe Gefahrenstellen und kritische Punkte im Stadtgebiet und in den Ortsteilen an, um diese genauer anzuschauen und Verbesserungsvorschläge an die Stadt weiterzuleiten.

Mitteilungen über Gefahrenstellen etc. bitte an loerrach@igvelo.de

Rentabilität der Velohalle Lörrach

Regelmäßig klagen Lörracher Kommunalpolitiker, dass die Velohalle nicht ausgelastet sei, und die Investition wird in Frage gestellt. Zu einem Artikel „Velöhalle schreibt Minus“ in der Badischen Zeitung vom 7. Februar 2017 hat IG Velo-Mitglied Stephan Hundertmark einen Leserbrief verfasst:

Velohalle in Lörrach

Foto: Wolfgang Göckel

„In dem Artikel wird berichtet, dass von einem Gemeinderat die Frage gestellt wurde, wie rentabel die Velohalle eigentlich sei. Wie bei allen städtischen Ausgaben eine relevante Frage. Nur nützt eine solche Einzelangabe nichts. Für eine sinnvolle und ausgewogene politische Diskussion sollten die Kosten, die im Zusammenhang mit dem Abstellen von Fahrrädern entstehen, mit den Kosten, die für den ruhenden Autoverkehr anfallen, verglichen werden. Jeder Kfz-Parkplatz benötigt mehr als 10 m², die Stadt Lörrach stellt mehrere tausend Parkplätze im öffentlichen Raum größtenteils kostenlos zur Verfügung. Insgesamt also eine riesige Fläche, die nicht für andere Verkehrsteilnehmer, für Grün- und Spielflächen oder für Gewerbe und Wohnen zur Verfügung steht. Mir ist nicht bekannt, dass in der letzten Zeit im Gemeinderat oder im AUT einmal durchleuchtet wurde, wie rentabel diese Parkplätze eigentlich sind. Tatsächlich geht es hier um große Summen, man denke nur an die Kosten für den geplanten Parkplatz an der neuen Sporthalle Brombach. Eine Studie des VCD, „Versteckte Kosten des Autoverkehrs“ kommt zu dem Schluss, dass jeder Bürger einer Stadt in Deutschland über 100 Euro pro Jahr an Kosten (also nach Abzug der Einnahmen) für den Autoverkehr trägt. Diese Studie zeigt auch auf, wie eine Gemeinde vorgehen kann, um diese verdeckten Kosten zu ermitteln.
Die Velohalle ist Teil eines Konzeptes, um den Fahrradverkehr in Lörrach zu fördern. Jeder Radfahrer in Lörrach hilft, Staus zu entschärfen und die Schäden für die Gesundheit (Lärm, Feinstaub, Stickoxide) der Bürger und für die Umwelt zu reduzieren. Es gibt in Lörrach keine Möglichkeit, in der Zukunft für noch mehr Autos Platz zu schaffen, die Verkehrsinfrastruktur ist am Rande Ihrer Kapazität, Fußgänger und Radfahrer werden an den Rand gedrängt. Die Bürger und Gäste unserer wachsenden Stadt müssen also in der Zukunft mehr Bus und Bahn und mehr Fahrrad fahren, damit das gemeinsame Leben erträglich bleibt. Es ist an der Politik dafür die Rahmenbedingungen zu schaffen. Populistische Polemik gegen den Radverkehr und seine Infrastruktur hilft sicherlich nicht weiter.“

Basler Straße als Pendlerroute „Mitte“

Der große Rat der Stadt Basel hat am vergangenen Mittwoch 31,4 Million Franken dafür bewilligt, in Riehen den Abschnitt von der Lörracher Grenze bis zur Gartengasse(bei der Fondation Beyeler) den neuen Verkehrsverhältnissen nach Eröffnung der Zollfreien anzupassen. Die Lörracher Straße und Teile der Basler Straße sollen durch eine Umgestaltung des Straßenraums verkehrsberuhigt werden. Der Große Rat  will durch die breiteren Gehwege, zusätzlichen Grünflächen, weiteren Fußgängerüberwegen und Fahrradstreifen sicherstellen, dass tatsächlich weniger Autos und LKWs durch Riehen fahren. Wir meinen, dass auch in Lörrach die Funktion der Basler Straße nach Inbetriebnahme der „Zollfreien“ neu definiert und sie verkehrsberuhigt werden muss. Wir schlagen ihre Ausweisung als Velo-Pendlerroute „Mitte“ vor. Die IG Velo hält es für wichtig, zwischen die Pendlerrouten „Wiese“ und „Ost“ noch eine Pendlerroute „Mitte“ zu legen und dabei die Fußgängerzone zu umfahren. Diese Pendelroute bestünde aus zwei Ästen aus Norden: Die Route „Mitte“ führte von Haagen her durch Grüttpark und Haagener Straße, die Route von Tumringen her über Freiburger- und Tumringer Straße; beide Routen treffen sich am Senigallia Platz. Umfahrung der Fußgängerzone: Vom Senigallia Platz führt die Route durch Riesstraße, Spitalstraße und Weinbrennerstraße zur Basler Straße. Sie kann dann zur Pendler-Route optimiert werden. Wir schlagen hierzu durchgängig die Entfernung des Mittelstreifens, beiderseitig breitere, durchgängige Veloschutzstreifen und Tempo 30 vor.