Rentabilität der Velohalle Lörrach

Regelmäßig klagen Lörracher Kommunalpolitiker, dass die Velohalle nicht ausgelastet sei, und die Investition wird in Frage gestellt. Zu einem Artikel „Velöhalle schreibt Minus“ in der Badischen Zeitung vom 7. Februar 2017 hat IG Velo-Mitglied Stephan Hundertmark einen Leserbrief verfasst:

Velohalle in Lörrach

Foto: Wolfgang Göckel

„In dem Artikel wird berichtet, dass von einem Gemeinderat die Frage gestellt wurde, wie rentabel die Velohalle eigentlich sei. Wie bei allen städtischen Ausgaben eine relevante Frage. Nur nützt eine solche Einzelangabe nichts. Für eine sinnvolle und ausgewogene politische Diskussion sollten die Kosten, die im Zusammenhang mit dem Abstellen von Fahrrädern entstehen, mit den Kosten, die für den ruhenden Autoverkehr anfallen, verglichen werden. Jeder Kfz-Parkplatz benötigt mehr als 10 m², die Stadt Lörrach stellt mehrere tausend Parkplätze im öffentlichen Raum größtenteils kostenlos zur Verfügung. Insgesamt also eine riesige Fläche, die nicht für andere Verkehrsteilnehmer, für Grün- und Spielflächen oder für Gewerbe und Wohnen zur Verfügung steht. Mir ist nicht bekannt, dass in der letzten Zeit im Gemeinderat oder im AUT einmal durchleuchtet wurde, wie rentabel diese Parkplätze eigentlich sind. Tatsächlich geht es hier um große Summen, man denke nur an die Kosten für den geplanten Parkplatz an der neuen Sporthalle Brombach. Eine Studie des VCD, „Versteckte Kosten des Autoverkehrs“ kommt zu dem Schluss, dass jeder Bürger einer Stadt in Deutschland über 100 Euro pro Jahr an Kosten (also nach Abzug der Einnahmen) für den Autoverkehr trägt. Diese Studie zeigt auch auf, wie eine Gemeinde vorgehen kann, um diese verdeckten Kosten zu ermitteln.
Die Velohalle ist Teil eines Konzeptes, um den Fahrradverkehr in Lörrach zu fördern. Jeder Radfahrer in Lörrach hilft, Staus zu entschärfen und die Schäden für die Gesundheit (Lärm, Feinstaub, Stickoxide) der Bürger und für die Umwelt zu reduzieren. Es gibt in Lörrach keine Möglichkeit, in der Zukunft für noch mehr Autos Platz zu schaffen, die Verkehrsinfrastruktur ist am Rande Ihrer Kapazität, Fußgänger und Radfahrer werden an den Rand gedrängt. Die Bürger und Gäste unserer wachsenden Stadt müssen also in der Zukunft mehr Bus und Bahn und mehr Fahrrad fahren, damit das gemeinsame Leben erträglich bleibt. Es ist an der Politik dafür die Rahmenbedingungen zu schaffen. Populistische Polemik gegen den Radverkehr und seine Infrastruktur hilft sicherlich nicht weiter.“

Steinen will sich wandeln

So könnte es aussehen, wenn das Zentrum von Steinen verkehrsberuhigt ist.

Foto: Agendagruppe

Volker Zimmermann berichtet über hoffnungsvoll stimmende Diskussionen.

In einem Workshop der VHS zum Thema „Steinen im Wandel“ unter Schirmherrschaft von Bürgermeister Braun erarbeiten Bürger Vorschläge für die Entwicklung Steinens. Eine Arbeitsgruppe, in der IG-Velo-Mitglieder vertreten sind, beschäftigt sich mit dem Thema „Verkehr“.

Die Arbeitsgruppe stellte fest, dass es in Steinen einen „Bewusstseinswandel“ geben müsse – hin zu mehr Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse der Radfahrer.

  • Es fehlen Radabstellanlagen – vor Geschäften, Gasthäusern, beim Rathaus, am Marktplatz
  • Radfahrer werden vom PKW-Verkehr an den Rand gedrängt, an gefährlichen Kreuzungen und Einmündungen allein gelassen.

 

Zusammenarbeit mit der lokalen Agendagruppe 21 – Vorschläge zur Verkehrsberuhigung

Und so kam der Kontakt der IG Velo mit der lokalen Agendagruppe 21 zustande, welche sich schon seit Jahren unter anderem mit dem Thema „Verkehrsberuhigung in Steinen“ beschäftigt (www.steinen21.com). Wenige Tage danach stellte diese Gruppe einen Vorschlag vor, wie Steinens Ortsmitte verkehrsberuhigt und damit für die Bürger (wieder-)belebt werden könnte: durch eine Sperrung der Eisenbahnstraße für durchfahrende KFZ auf Höhe des jetzigen Zebrastreifens beim Mühlenweg. Wie schon beim Vorschlag der IG Velo (Einbahnstraßenregelung; wir berichteten in der Velopost 2/16) bliebe die Erreichbarkeit sämtlicher Geschäfte, Dienstleister, Behörden etc.  im Ortszentrum erhalten, und die Aufenthaltsqualität dort würde sich für Fußgänger und Radfahrer um ein Vielfaches erhöhen. Selbstverständlich kann sich die IG Velo auch mit diesem noch wesentlich weitergehenden Vorschlag identifizieren und wird ihn unterstützen. Erstaunlich war, dass auch bei diesem Termin anwesende Vertreter des örtlichen Einzelhandels keine grundlegenden Bedenken gegen eine solche Sperrung hatten – haben sie doch wohl auch erkannt, dass ihnen damit nichts „weggenommen“ werden soll.

Wie geht es weiter?
Mit Spannung wird nun erwartet, ob sich alle drei Gemeinderatsfraktionen in Steinen diesen Vorschlag zu eigen machen werden und dann auch die Verwaltung darin unterstützen, dies bei den übergeordneten Verkehrsbehörden durchzusetzen – das sind Landratsamt Lörrach und Regierungspräsidium Freiburg, da es sich bei der Eisenbahnstraße um eine Landesstraße handelt. Das Gleiche gilt für die Forderung, für Steinens Durchgangsstraßen Tempo 30 ganztags (und nicht nur abends und nachts – wie wohl geplant) anzuordnen: eine weitere, längst überfällige Maßnahme für mehr Sicherheit gerade auch für Radfahrer.
Die IG Velo sieht in ihrem Engagement bei „Steinen im Wandel“ und der Zusammenarbeit mit der lokalen Agendagruppe 21 die Chance, noch mehr Mitstreiter für ihre lokale Initiative zu gewinnen. Sie könnte damit ihre Arbeit auf eine breitere Basis stellen und ihrer Forderung nach kurz- und mittelfristiger Umsetzung der Maßnahmen des Radverkehrskonzeptes in Steinen mehr Nachdruck zu verleihen.

Ansprechpartner der Ortsgruppe Grenzach-Wyhlen

Sie wollen auf Gefahrenstellen hinweisen? Anregungen für eine bessere Verkehrsführung für Radfahrer geben?
Oder sich bei der IG Velo einbringen?
Wir würden uns freuen, Sie bei unseren Ortsgruppentreffen begrüßen zu dürfen.

Ansprechpartner der Ortsgruppe Grenzach-Wyhlen:

Friederike Cyriacks, Arne Wintrich, Elmar Wozilka

Sie erreichen die Ortsgruppe Grenzach-Wyhlen per E-Mail unter:

grenzach-wyhlen@igvelo.de

Kompliziertes in Grenzach

In Grenzach-Wyhlen beschäftigte sich die IG Velo mit der heiklen Radlerführung zwischen Hieber-Markt und Alnatura.

Die Führung in Fahrtrichtung von Alnatura bis zum Radweg zwischen Grenzach (Höhe Hieber) und Wyhlen (von West nach Ost) ist mit dem neuen Radschutzstreifen direkt und einfach gegeben. Probleme birgt die Radwegführung in der anderen Richtung. Radfahrer, welche von Wyhlen kommend den Radweg südlich B34 nutzen, müssen die Querungshilfe Höhe Hieber benützen, um auf den Radschutzstreifen nördlich B34 fahren zu können. Für Radfahrer mit Ziel Grenzach/nördlich B34 ist dies eine gute Lösung.Grenzach, östliche Einfahrt: Querung der B34 muss sein (hier beim Bushalt Gleusen), Regelungen und Hinweise müssen überdacht werden. Da das Ziel vieler Radfahrer jedoch südlich der B34 liegt (Markgrafenhalle, Alnatura, Bahnhof über Parkplatz Alnatura etc.), geschieht es immer wieder, dass Fahrradfahrer nicht die Querungshilfe nützen, sondern den direkten Gehweg südlich der B34 in Gegenrichtung fahren. Das gefährdet sowohl die Radler als auch Fußgänger. Andererseits ist es für die Radfahrer umständlich, innerhalb kurzer Distanz zweimal die Straßenseite zu wechseln. Es ist eine schwierige Situation, auch für die Gemeinde – dies sieht die IG Velo auch so. Sie wird darum bei ihrem Jour fix mit der Gemeinde dieses Thema weiter diskutieren. Und zur Verkehrschau im neuen Jahr ist es als Tagesordnungspunkt aufgenommen. Mehr dazu in der Velopost Nr. 1/2017

Text und Bild: Arne Wintrich

Ansprechpartner der Ortsgruppe Rheinfelden

Sie wollen auf Gefahrenstellen hinweisen? Anregungen für eine bessere Verkehrsführung für Radfahrer geben? Oder sich bei der IG Velo einbringen? Wir würden uns freuen, Sie bei unseren Ortsgruppentreffen begrüßen zu dürfen.

Sie erreichen die Ansprechpartner der Ortsgruppe Rheinfelden per E-Mail an:

rheinfelden@igvelo.de

Velobörsen

Jedes Frühjahr veranstaltet die IG Velo im Landkreis Lörrach vier Velobörsen. Dort kann man gebrauchte Fahrräder kaufen oder verkaufen.Im Frühjahr veranstaltet die IG Velo regelmäßig mehrere Velobörsen im Landkreis, bei denen man gebrauchte Fahrräder, Kinderanhänger, Roller und Zubehör verkaufen und erwerben kann.

 

 

Ob die Velobörsen 2021 stattfinden können, ist noch nicht entschieden.

 

Wie funktionieren die Velobörsen?

Zwischen 8 und 10 Uhr können jeweils die Fahrräder, die verkauft werden sollen, abgegeben werden. Die Räder werden registriert und mit einer Preisempfehlung aufgestellt. Die Annahmegebühr beträgt 3 Euro fürs erste Fahrrad, für jedes weitere 1 Euro. Mitglieder zahlen keine Annahmegebühr. Ab 12 Uhr können Verkäufer ihr Geld abholen, bzw. in dem Fall, dass sich kein Käufer gefunden hat, ihr Fahrrad.

Ab 10.30 Uhr bis ca. 12 Uhr läuft der Verkauf der Fahrräder.