Ortsgruppe Lörrach: neues Leitungstrio

Zu dritt leiten sie nun die IG Velo-Ortsgruppe in Lörrach: (von links) Stephan Hundertmark, Gerd Wernthaler und Toni Latsch-Gulde.Bei der IG Velo in Lörrach halten künftig Stephan Hundertmark, Toni Latsch-Gulde und  Gerd Wernthaler alle Fäden in der Hand.

Das für zwei Jahre gewählte Leitungs-Trio strebt in der  Stadt eine Velo-Offensive an. Der Anteil des Fahrrads am gesamten Verkehr liegt in Lörrach heute bei 17 Prozent. Die IG Velo will ihn auf 30 Prozent im Jahr 2030 steigern. Eine deutschlandweit
vorausgesagte weitere Zunahme der Autofahrten sei nicht mehr ertragbar.
Deshalb müsse Lörrach in den Öffentlichen Nahverkehr und in den Radverkehr investieren. „Lörrach kann ein Vorbild für nachhaltige Mobilität werden und damit die Lebensqualität seiner Bürger und Gäste steigern“, sagte Gerd Wernthaler in der IG Velo-Ortsgruppe.

Radverkehr im ländlichen Raum – Vortrag von Verkehrsexperte Peter Gwiasda

Peter Gwiasda vom Planungsbüro VIA eG, Köln, berichtete in einem Vortrag über Potentiale, Chancen und Handlungsansätze für den Radverkehr im ländlichen Raum.

Hans Stötter von der IG Velo Kleines Wiesental hat über diesen Vortrag geschrieben:

Die Veranstaltung, die die IG Velo Wiesental organisert hat, war rege besucht. Über 70 Teilnehmer, Radfahrer aus Lörrach, Maulburg, Schopfheim, Steinen Zell, mehrere Orts- und Gemeinde- und Kreisräte. Eingeführt wurde der Abend von Landrätin Marion Dammann, die einleitend auf das regionale Radverkehrskonzept hinwies. Nach dem sehr informativen Vortrag von Herrn Peter Gwiasda gab es lebhafte Diskussion wo auch Leonie Wiesiollek, Ansprechpartnerin für Radverkehr, gefordert wurde.

Hier nur ein paar Highlights

Interessanterweise sind die durchschnittlich mit allen Verkehrsmitteln zurückgelegten Strecken in ländlichen und städtischen Gebieten gleich bei 7-10 km. Subjektiv erscheint die zurückgelegte Strecke auf dem Land aber länger. In der Stadt ist man mit dem Velo meist schneller. Parken ist auf dem Land unproblematischer, was wieder den Autoverkehr begünstigt. Bei >18-jährigen ist mit dem Erhalten des Führerscheins das Auto attraktiver. Mit der Einführung von E-Bikes, Stellung von Dienstvelos/ Lastenvelos durch Firmen u.a. wird der Veloverkehr gefördert. Die durchschnittliche Geschwindigkeit hat mit Einführung der Pedelecs zugenommen. Die meisten Erhebungen liegen einige Jahre zurück. Aktuelle Erhebungen sind notwendig.

Dringend erforderlich ist die Anpassung des Radwegenetzes an die heutigen Gegebenheiten.

Auf Außerortsstraßen passieren weniger Unfälle als innerorts, diese sind aber meist schwerer und oft tödlich.

Die großen Geschwindigkeitsunterschiede auf Landstraßen sind Gefährdungspotential und teilweise Barriere für den Radverkehr. Radwegebau auf stark befahrenen Straßen und Geschwindigkeitsreduzierung auf Nebenstrecken kann hier helfen.

Restriktionen im MIV gibt es im ländlichen Raum kaum. Sie sind auch nur schwer und allenfalls punktuell durchsetzbar. Strategie kann nur die Beschleunigung des Radverkehrs sein, um die Konkurrenzsituation zu verbessern.

Die zahlreichen Akteure und die zerklüfteten Zuständigkeiten zwischen zu Formen frühzeitiger Kooperation. Hier kann auf bestehendes RadNETZ BW, Radkonzept des Kreises aufgebaut werden.

Für die Genehmigung entsprechender baulicher Maßnahmen sind allerdings die Straßenverkehrsbehörden zuständig und die Straßenverkehrsordnung (STVO) bindend. Eine gesetzliche Grundlage für die Berücksichtigung der Sicherheit des Radverkehrs als Grund für die Anordnung von Tempo 30 gibt es in der STVO §45 nicht.

Betont wurde die Wichtigkeit weißer Begrenzungsstreifen von Fahrradwegen, insbesondere für den Nachtverkehr sind sie unerlässlich.

Mehrfach betont wurde, dass S-Pedelecs, die bis Tempo 45 km/h zugelassen sind und ein Kennzeichen benötigen, nicht auf Radwegen zugelassen sind.

Zusammengenommen sollten diese Maßnahmen einen sicheren Veloverkehr im ganzen Ort für alle Beteiligten wie Schüler, Berufstätige, Senioren ermöglichen.

Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) https://www.adfc.de/verkehr–recht/recht/stvo–co/era/empfehlungen-fuer-radverkehrsanlagen

Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e. V. (AGFK-BW) https://www.agfk-bw.de/

Musterlösungen für Radverkehrsanlagen( https://www.radwanderland-fachportal.de)

Ein Trio führt im Wiesental

Die Ortsgruppe Mittleres Wiesental hat sich feste Strukturen gegeben.

Die noch junge Ortsgruppe Mittleres Wiesental hat Hubert Dreschler (Schopfheim), Joachim Neuhaus und Volker Zimmermann (beide aus Steinen) zu ihren Sprechern gewählt. Das Trio löst Norbert Cornelsen ab: Er hat beim Aufbau der Ortsgruppe die Fäden in der Hand gehalten und wird sich weiterhin engagieren, nicht zuletzt den guten Kontakt zum Landratsamt halten.

Volker Zimmermann, Hubert Dreschler und Joachim Neuhaus leiten die IG Velo-Ortsgruppe Mittleres Wiesental.Die Ortsgruppe trifft sich alle zwei Monate abwechselnd in den vier Gemeinden Steinen, Maulburg, Schopfheim und Zell; der Schwerpunkt einer Sitzung wird auf Themen der jeweiligen Gemeinde liegen. Das Sprecher-Trio setzt darauf, dass ortskundige Mitglieder und Freunde der IG Velo ihre Beobachtungen, Probleme und Vorschläge einbringen – dies bei den Sitzungen selbst, aber auch per E-Mail. Die Mail-Adressen der Sprecher: Volker Zimmermann: vz.wiesental@googlemail.com; Hubert Dreschler: hubertdreschler@gmx.de; Joachim Neuhaus: jhaus29@gmx.de.

Die nächsten Treffen: Donnerstag, 3. Mai in Steinen (19 Uhr), voraussichtlich Pizzeria Tanne in Höllstein; Donnerstag, 5. Juli in Maulburg (19 Uhr), voraussichtlich Meyerhof, Hauptstraße;

Donnerstag, 13. September in Schopfheim, ab 17 Uhr (geplant ist eine Radtour durch Schopfheim);

Donnerstag, 8. November in Zell (19 Uhr).
FOTO: Volker Zimmermann, Hubert Dreschler und Joachim Neuhaus leiten die IG Velo-Ortsgruppe Mittleres Wiesental.

Salzert besser ans Radnetz anknüpfen

Dank flotter E-Bikes und Pedelecs steigen immer mehr Lörracher von vier Rädern auf zwei um – auch in Wohnlagen am Hang, auch auf dem Salzert. Die Stadt müsse die Anknüpfung des bald noch wachsenden Salzerts genauer anschauen und verbessern, fordert deshalb die IG Velo.

Lörrachs höchstgelegener Stadtteil war wichtigstes Ziel auf der jüngsten Inspektionstour der Interessengemeinschaft. Der Steinenweg ist nach ihrem Urteil eine ausreichend gute Verbindung mit Stetten: Radler können auf der Straße und dürfen auch auf den Gehwegen fahren. Vom Stadtzentrum hinauf nutzen Radler zwei Routen, die erste gemeinsam mit Autos: Wallbrunnstraße (mit Schutzstreifen bis halbe Höhe) und abzweigend die Salzertstraße. Auf der Wallbrunnstraße beklagen Radfahrer überhöhte Geschwindigkeiten vieler Autofahrer am Ortsende bis Abzweigung Salzertstraße. Die IG Velo könnte sich bis hierher die Fortführung des Schutzstreifens gut vorstellen. Die Salzertstraße selbst lässt für Radverkehr keinen eigenen Raum und lässt sich nach Einschätzung der IG Velo nicht leicht ausbauen.

Die Verbindung zum Salzert muss verbessert werden, lautete das Fazit einer Inspektionsfahrt der IG Velo. (Foto: Wolfgang Göckel)

Die Verbindung zum Salzert muss verbessert werden, lautete das Fazit einer Inspektionsfahrt der IG Velo. (Foto: Wolfgang Göckel)

Die alternative zweite Route nutzt, wer als Radler den Autoverkehr lieber meidet: die Straße „Schützenwaldweg“ hinauf bis zur Kehre und gerade aus weiter durch den Schützenwald. Diese Route sollte markant verbessert werden, rät die IG Velo: Das Wegstück durch den Schützenwald bekäme eine Schwarzdecke, wäre so auch bei Regenwetter gut zu nutzen und könnte im Winter geräumt werden.

Bei ihrer Inspektionsfahrt schaute sich die IG Velo auch die Alte Rheinfelder Straße an. Sie zweigt zu Beginn der Salzertstraße ab, führt bergwärts am Salzert vorbei und ist vom Landkreis als Velo-Pendlerroute nach Rheinfelden angedacht. Als Radweg zum Salzert wäre die Alte Rheinfelder Straße spätestens dann bedenkenswert, wenn die Salzert-Siedlung auf diese Seite hin erweitert würde.

Wolfgang Göckel

Wo klemmt es für Radfahrer in Lörrach?

Welche Gefahrenstellen gibt es in Lörrach für Radfahrer? Wo werden Radfahrer ausgebremst? Welche kritischen Stellen gibt es?

Am 20. Mai fahren Mitglieder der Lörracher Ortsgruppe Gefahrenstellen und kritische Punkte im Stadtgebiet und in den Ortsteilen an, um diese genauer anzuschauen und Verbesserungsvorschläge an die Stadt weiterzuleiten.

Mitteilungen über Gefahrenstellen etc. bitte an loerrach@igvelo.de

Rentabilität der Velohalle Lörrach

Regelmäßig klagen Lörracher Kommunalpolitiker, dass die Velohalle nicht ausgelastet sei, und die Investition wird in Frage gestellt. Zu einem Artikel „Velöhalle schreibt Minus“ in der Badischen Zeitung vom 7. Februar 2017 hat IG Velo-Mitglied Stephan Hundertmark einen Leserbrief verfasst:

Velohalle in Lörrach

Foto: Wolfgang Göckel

„In dem Artikel wird berichtet, dass von einem Gemeinderat die Frage gestellt wurde, wie rentabel die Velohalle eigentlich sei. Wie bei allen städtischen Ausgaben eine relevante Frage. Nur nützt eine solche Einzelangabe nichts. Für eine sinnvolle und ausgewogene politische Diskussion sollten die Kosten, die im Zusammenhang mit dem Abstellen von Fahrrädern entstehen, mit den Kosten, die für den ruhenden Autoverkehr anfallen, verglichen werden. Jeder Kfz-Parkplatz benötigt mehr als 10 m², die Stadt Lörrach stellt mehrere tausend Parkplätze im öffentlichen Raum größtenteils kostenlos zur Verfügung. Insgesamt also eine riesige Fläche, die nicht für andere Verkehrsteilnehmer, für Grün- und Spielflächen oder für Gewerbe und Wohnen zur Verfügung steht. Mir ist nicht bekannt, dass in der letzten Zeit im Gemeinderat oder im AUT einmal durchleuchtet wurde, wie rentabel diese Parkplätze eigentlich sind. Tatsächlich geht es hier um große Summen, man denke nur an die Kosten für den geplanten Parkplatz an der neuen Sporthalle Brombach. Eine Studie des VCD, „Versteckte Kosten des Autoverkehrs“ kommt zu dem Schluss, dass jeder Bürger einer Stadt in Deutschland über 100 Euro pro Jahr an Kosten (also nach Abzug der Einnahmen) für den Autoverkehr trägt. Diese Studie zeigt auch auf, wie eine Gemeinde vorgehen kann, um diese verdeckten Kosten zu ermitteln.
Die Velohalle ist Teil eines Konzeptes, um den Fahrradverkehr in Lörrach zu fördern. Jeder Radfahrer in Lörrach hilft, Staus zu entschärfen und die Schäden für die Gesundheit (Lärm, Feinstaub, Stickoxide) der Bürger und für die Umwelt zu reduzieren. Es gibt in Lörrach keine Möglichkeit, in der Zukunft für noch mehr Autos Platz zu schaffen, die Verkehrsinfrastruktur ist am Rande Ihrer Kapazität, Fußgänger und Radfahrer werden an den Rand gedrängt. Die Bürger und Gäste unserer wachsenden Stadt müssen also in der Zukunft mehr Bus und Bahn und mehr Fahrrad fahren, damit das gemeinsame Leben erträglich bleibt. Es ist an der Politik dafür die Rahmenbedingungen zu schaffen. Populistische Polemik gegen den Radverkehr und seine Infrastruktur hilft sicherlich nicht weiter.“