4 Tage in Oberschwaben

Mit der IGVelo Ortsgruppe Weil vier Tage unterwegs in Oberschwaben

Oberschwaben oder „Schwäbisches Oberland“ liegt auf einer dünn besiedelten hügeligen Hochebene  zwischen Bodensee, Donau und Iller. Viele Jahrhunderte stand dieser Bereich unter der Herrschaft des Hauses Habsburg.  Deshalb gibt es dort beindruckende Barockbauten, die man z. B. entlang der Oberschwäbischen Barockstraße bewundern kann.

27 Teilnehmer von IG Velo Weil am Rhein und Gästen aus der Umgebung starteten früh am Morgen des längsten Tages 2018 mit einem Reisebus nach Verladen der 15 E-Bikes und 12 Normal-Velos im modernsten Fahrradanhänger. Der enthielt sogar einen elektrisch betriebenen Veloaufzug.
Nach längerer Busfahrt über die Hochrheinstrecke landeten wir in Mengen, im westlichen Teil von Oberschwaben. Roger und Bärbel, unsere Tour Führer,  erwarteten uns dort schon auf ihren Velos. Aufgrund der großen Anzahl von Teilnehmern bildeten wir zwei Gruppen, die sich aber bald schon aus den Augen verloren. Jürgen und Roland hatte die Strecke schon vorher erkundet,  es gab aber immer noch ein paar verzwickte Abbiegungen und durch Baustellen bedingte Umleitungen, so dass die Tourguides  für die zweigeteilte Gruppe sehr hilfreich waren.

Unter Umgehung von befahrenen Straßen bewegten wir uns über Landwirtschaftswege, Naturstraßen und Waldwege zum Zwischenstopp im Café des Franziskanerinnenklosters von Siessen. Danach ging es zu unserem Hotel mitten in der Fußgängerzone von Bad Waldsee, einem der schönsten Orte an der Schwäbischen Bäderstraße.  In den folgenden Tagen hatten wir Gelegenheit, dort die Bauwerke anzuschauen z.B. das historische  Spital, das Rathaus, die Stiftskirche St. Peter, das Schloss Waldsee, den Stadt See und auch die nähere Umgebung der Stadt.

Am 2. Tag fuhren wir bei schönstem Wetter und klarer Sicht eine große Runde Richtung Nordwesten, die unsere Tour Führer bestens vorbereitet hatten. In einer weit gestreckten welligen Hochebene wechselten sich langgezogenen Auf- und Abfahrten in einer stark landwirtschaftlich geprägten und dünn besiedelten Landschaft ab. Besondere Highlights waren die Besichtigung der schönsten Barockkirche Oberschwabens in Steinhausen. Bei Bad Buchau fuhren wir über den kilometerlangen Holzsteg über den z.T. verlandeten Federsee und legten die Mittagspause im Brauereigarten von Bad Schussenried ein. Es gibt dort ein sehenswertes Bierkrug Museum. Für die Besichtigung der Klosteranlage fehlte leider die Zeit.

Am dritten Tag ging die Fahrt Richtung Norden nach Biberach, der Wahlheimat unserer Tourführer. Kurze und steile Aufstiege auf die Moränen der letzten Eiszeit ließen die nicht motorisierten doch noch zum Schwitzen kommen. In Biberach begannen wir die Stadtführung unter der Leitung unserer Scouts auf dem lebhaften Samstagwochenmarkt und schauten uns danach einige der Sehenswürdigkeiten an. Vom Weißen Turm konnten wir die ganze Innenstadt überblicken. Am Abend in Bad Waldsee sahen sich eine Minderheit noch das dramatische 2. Deutsche Fußballspiel der Weltmeisterschaft bis in die Verlängerung an, währen die anderen in der gemütlichen Gaststube des „Grünen Baumes“ Erinnerungen an frühere Touren austauschten.

Schon am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen von Bad Waldsee. Jürgen und Roland hatten aufgrund ihrer Vor Tour eine verkürzte Strecke ausgesucht, die nicht ganz bis zum Bodensee führte. So hatten wir mehr Zeit, unterwegs einiges anzuschauen, z.B.  das Bauernhausmuseum in Wolfegg. Außerdem gab es auch einige Hügel mit bis zu 14% Steigung mit vollem Gepäck zu bewältigen. Das sehenswerte Städtchen Wangen im Allgäu mit einem gut erhaltenen Stadtkern mit vielen mittelalterlichen Gebäuden konnten wir uns noch ansehen, bevor uns der Bus aufnahm. Nach einem Zwischenstopp in Tettnang und einer schönen Fahrt entlang des Bodensees trafen wir wieder rechtzeitig in Weil am Rhein ein.


Bilanz:
In 4 Tagen haben wir in 14 Stunden Fahrzeit 240 km zurückgelegt, dabei 2000 Höhenmeter überwunden und viele neue Eindrücke aus einer etwas abgelegenen Gegend gewonnen, die voll von Kulturdenkmälern ist.  An allen Tagen hatten wir Sonnenschein, ab  dem zweiten Tag begleitete  uns ein kühler Nordwind, der uns half weniger zu schwitzen. Es gab keine Unfälle aber einige Pannen, doch nur mechanische Probleme wie abgesprungene Ketten, meistens verursacht durch Schaltfehler.

Dank an unsere Tourguides Roger und Bärbel ohne die es nicht möglich gewesen wäre, auf landschaftlich reizvollen und verkehrsarmen Wegen diese facettenreiche Landschaft und Kultur in Oberschwaben zu erkunden. Weil unsere mehrtägige Tour so schön war, denken wir über eine Wiederholung in absehbarer Zeit mit Fahrten in benachbarten Gegenden Oberschwabens nach.

Ulrich Siemann